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Nachwuchsförderung

Aufgenommen am DFB-Stützpunkt – und was kommt danach?

Das Kind hat die Sichtung geschafft und trainiert jetzt montags am DFB-Stützpunkt. Was bedeutet das, welche Stufen kommen danach und worauf sollten Eltern achten? Ein Überblick aus fünf Blickwinkeln.

Sandra Lochmann, GoalConnect Sandra5 Minuten

Wenn ein Kind beim Sichtungstraining überzeugt und in das DFB-Stützpunkttraining aufgenommen wird, ist die Freude groß – und gleich danach kommt die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Ich habe das Thema wie in einem Beirat aus fünf Perspektiven betrachtet und am Ende eine klare Empfehlung formuliert.

Kurz gesagt

Das Stützpunkttraining ist ein zusätzliches, individuelles Training einmal pro Woche, meist montags. Das Kind bleibt in seinem Heimatverein – die Aufnahme ist unabhängig von der Vereinszugehörigkeit. Der Stützpunkt ist vor allem ein Schaufenster: Von hier aus führt der Weg typischerweise über die Kreis- und Bezirksauswahl zur Auswahl des Landesverbands, in ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) eines Profivereins oder – in Bayern – ein BFV-NLZ und ab der U15 möglicherweise zu Lehrgängen der DFB-Juniorenteams.

Die Fakten

  • Das Programm richtet sich an Kinder etwa zwischen 9 und 13 Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Technik, Ballbehandlung und kleinen Spielformen.
  • Talentförderung findet an mehreren Orten statt: im Heimatverein, am DFB-Stützpunkt, an Eliteschulen des Fußballs, in der Auswahl des Landesverbands und in Leistungszentren.
  • Bundesweit gibt es rund 360 DFB-Stützpunkte.
  • In Bayern sind die BFV-Nachwuchsleistungszentren über die Stützpunkte mit dem DFB-Talentförderprogramm verzahnt und bilden eine Zwischenstufe zwischen Basis- und Spitzenfußball.

Die Risiken

Ein Platz am Stützpunkt ist eine Förderung, aber noch keine Karriere. Es wird jedes Jahr neu gesichtet, und Kinder können auch wieder herausfallen. Typische Stolpersteine: zu viel Belastung durch Vereinstraining, Montagseinheit und Spiele, zu viel Erwartungsdruck von außen und ein zu früher Wechsel in ein NLZ, bei dem das Kind dann kaum Spielzeit bekommt.

Die Chancen

Der größte Hebel ist Sichtbarkeit. Stützpunkttrainerinnen und -trainer empfehlen Spielerinnen und Spieler für Auswahlmaßnahmen, und Scouts der Leistungszentren schauen bei Stützpunkten vorbei. Im besten Fall folgen Kreis- und Bezirksauswahl, die Verbandsauswahl und später Sichtungslehrgänge auf DFB-Ebene.

Der Blick von außen

Nicht nur auf das Etikett „Profi" schauen. Der Stützpunkt bringt sehr gutes Training, ehrliches Feedback und mehr Selbstständigkeit. Selbst wenn es nicht ganz nach oben geht, ist das ein echter Gewinn für die Entwicklung – sportlich und persönlich. Für Torhüterinnen und Torhüter lohnt sich die Frage, ob es am Stützpunkt spezielles Torwarttraining gibt.

Drei konkrete Schritte für Eltern

  1. Den Stützpunkttrainer oder die zuständige Stützpunktkoordination ansprechen: Wie wird man für Kreis- und Bezirksauswahl vorgeschlagen, und wann sind die nächsten Termine?
  2. Den Wochenplan mit dem Vereinstrainer abstimmen, damit die Belastung passt.
  3. Sichtungstermine der Verbandsauswahl und Probetrainingsfenster der Leistungszentren in der Region notieren.

Meine Empfehlung

Den Stützpunkt als Entwicklungsjahr nutzen, nicht als Sprungbrett, das sofort ausgereizt werden muss. Der logische nächste Schritt ist die Kreis- oder Bezirksauswahl – über die Empfehlung des Stützpunkttrainers. Ein Wechsel in ein Leistungszentrum lohnt sich erst, wenn ein konkretes Angebot mit echter Spielzeit vorliegt. Die gute Beziehung zum Stützpunkttrainer ist dabei der wichtigste Kanal.

Altersstufen und Abläufe können sich je nach Landesverband und Stützpunkt unterscheiden. Verbindliche Auskünfte gibt die zuständige DFB-Stützpunktkoordination. GoalConnect Sandra steht in keiner Kooperation mit dem DFB oder dem BFV; dieser Artikel ist eine unabhängige Orientierungshilfe für Eltern.

Quellen