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Vom Verbot zur eigenen Liga: Was sich im deutschen Frauenfußball verändert hat

15 Jahre lang war Frauenfußball im DFB verboten. Heute bauen die Klubs der Frauen-Bundesliga ihre eigene Liga-Organisation auf. Eine kurze Geschichte, und warum sie für jedes Mädchen am Ball wichtig ist.

Sandra Lochmann, GoalConnect Sandra6 Minuten

Wenn ich bei unserem Girls-Only-Camp am Platz stehe, vergesse ich manchmal, wie jung das alles ist. Die Großmütter dieser Mädchen durften im Verein nicht Fußball spielen. Das ist keine Redewendung, es stand so in den Beschlüssen des Verbands.

Ich habe mir die Geschichte angesehen, weil ich verstehen wollte, woher der Mädchenfußball kommt und wohin er gerade geht.

1955: Das Verbot

Am 30. Juli 1955 untersagte der DFB seinen Vereinen, Frauenabteilungen zu gründen oder Frauen ihre Plätze zu überlassen. Begründet wurde das unter anderem mit dem Satz, im Kampf um den Ball verschwinde die weibliche Anmut. Frauen spielten trotzdem weiter, außerhalb des Verbands, und trugen sogar inoffizielle Länderspiele aus.

1970: Die Aufhebung

Am 31. Oktober 1970 hob der DFB das Verbot auf. Gleichberechtigt war der Frauenfußball damit noch lange nicht, anfangs galten Sonderregeln wie eine verkürzte Spielzeit.

Die ersten Meilensteine

  • 1974: TuS Wörrstadt wird erster offizieller Deutscher Meister der Frauen
  • 1982: erstes offizielles Länderspiel in Koblenz, 5:1 gegen die Schweiz
  • 1989: erster Europameistertitel, im eigenen Land. Als Prämie gab es vom DFB ein Kaffeeservice
  • 1990: Gründung der Frauen-Bundesliga, zunächst in zwei Staffeln, seit Ende der 1990er-Jahre eingleisig

Die Erfolge

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft wurde 2003 und 2007 Weltmeister, gewann acht Europameistertitel und holte 2016 Olympia-Gold. Lange Zeit standen diese Erfolge in keinem Verhältnis zu Aufmerksamkeit, Bezahlung und Bedingungen.

Was heute anders ist

  • Die Liga ist gewachsen: Seit der Saison 2025/26 spielen 14 statt 12 Teams in der Frauen-Bundesliga.
  • Die Klubs organisieren sich selbst: Am 10. Dezember 2025 gründeten die 14 Bundesligisten in Frankfurt den Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL e.V. Ab dem 1. Juli 2027 soll die neue Organisation den Spielbetrieb der Liga übernehmen.
  • Es wird investiert: Die Klubs haben angekündigt, in den kommenden Jahren einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in Professionalisierung, Vermarktung und Infrastruktur zu stecken. Ein Mindestgrundgehalt für Spielerinnen und Mindeststandards für Personal und Trainingsbedingungen gehören zu den erklärten Zielen.
  • Die Liga soll sichtbarer werden: Geplant sind feste Anstoßzeiten mit einem Spiel am Freitag, einem am Samstag und einer Konferenz am Sonntag.
  • Das nächste große Turnier kommt nach Deutschland: 2029 findet die Europameisterschaft der Frauen hier statt.

Was das für Mädchen bedeutet

Ein Mädchen, das heute anfängt, sieht Spielerinnen im Fernsehen, in vollen Stadien und mit Profiverträgen. Das war vor zwanzig Jahren nicht selbstverständlich. An der Basis ist trotzdem noch viel zu tun: Nicht jeder Verein hat eine Mädchenmannschaft, viele Mädchen spielen lange bei den Jungs mit, und spezielles Torwarttraining für Mädchen ist selten.

Warum wir ein Girls-Only-Camp machen

Genau deshalb gibt es bei Elite GK Coaching on Tour ein Camp nur für Torhüterinnen: „She Keeps The Game". Nicht, weil Mädchen nicht mit Jungs trainieren könnten. Sondern weil es einen Unterschied macht, einmal in einer Gruppe zu stehen, in der man nicht die Einzige ist.

Die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland ist eine Geschichte von Frauen, die einfach weitergespielt haben. Das finde ich einen guten Gedanken für jedes Mädchen, das am Wochenende die Handschuhe anzieht.

Stand Oktober 2026. Quellen: ZDF (Berichte vom 31.10.2025, 11.12.2025 und 12.09.2026), Planet Wissen, DFB.

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